Projekte
Vorläufig wird diese Seite Zuchtprojekte beinhalten. Erfolgreiche oder gescheiterte, aber zumindest hatten sie einmal ausgekeimt.
Allen voran einer der ersten Versuche Nopalxochia phyllanthoides x Epicactus-Hybride. Vier Sämlinge habe ich aus dieser Kreuzung erhalten und sie haben als Jungpflanzen den starken Hagel im Frühjahr 2009 überlebt. Ich warte gespannt auf die erste Blüte!
Wie ich schon erwähnte, ist diese Epicactus-Hybride eine meiner ersten Kreuzungsversuche.
Dabei ist die rosa blühende Nopalxochia phyllanthoides die Mutterpflanze; die Vaterpflanze ist wahrscheinlich eine Epicactus-Hybride, deren Blüten aussen braun/orange sind und nach innen weiß werden.

Im Juni 2006 hatte ich die Blüten bestäubt. Im Oktober habe ich die Früchte geerntet und im November des gleichen Jahres wurde auch noch ausgesät.
Aus den Samen die ich erhielt keimten nur vier Stück. Diese vier Pflänzchen hab ich nun seit dem Winter 2006 und sie scheinen robust zu sein, nachdem sie im Frühjahr 2009 starken Hagel überlebten. Allerdings durfte damit die Blüte noch weiter hinausgezögert worden
sein und ich muss mich noch immer in Geduld auf die erste Blüte üben.
Der Hagel hatte sie zwar ordentlich zurückgeschlagen, aber bis Dezember 2009 sind sie wieder ordentlich gewachsen und vom Schaden merkte man kaum noch etwas. Allerdings waren die Pflanzen jetzt nur buschiger und etwas größer als sie Dezember 2007 waren. Sie wachsen aber gut und ich warte gespannt auf die erste Blüte.
Aquilegia-Hybride
Akeleien zu kreuzen zählt zu meinen leichteren Projekten. Das liegt aber deutlich an ihrer Willigkeit sich hybridisieren zu lassen und man kommt schnell zu einem blühenden Ergebnis - frühestens im folgendem Jahr der Aussaat.
Das Ausgangsmaterial für meine erste Akelei-Hybride bekam ich von einem sehr guten Freund von mir. Somit hatte ich Aquilegia canadensis als Mutterpflanze und Aquilegia atrata als Vaterpflanze.

Die Mutterpflanze Aquilegia canadensis hatte ich im Herbst 2009 ausgesät und die Jungpflanzen den ersten Winter kühl aber frostfrei durchkultiviert.
Im Jahr 2010 hatte ich eine ungewöhnlich lange Blühzeit von Aquilegia canadensis und ich bestäubte sie mit Aquilegia atrata. Einige Wochen später hatte ich schon die reifen Balgfrüchte in der Hand und säte die darin befindlichen Samen aus.
Die Samen keimten noch im selben Jahr und entwickelten sich unterschiedlich schnell. Ein Exemplar wuchs kräftig genug um im Jahr 2011 schon die erste Blüten zu bilden. Im Schnitt blüht eine Akelei zum ersten Mal wenn sie im Jahr vor der Erstblüte mindestens sieben, voll entwickelte, richtige Laubblätter aufweist.
Dieses einzelne Exemplar hat eine relativ intermediäre Blüte. Die Spornlänge befindet sich zwischen den Spornlängen Ihrer Elternpflanzen und auch die Blütenfarbe befindet sich zwischendrinnen. Da es die erste Blüte von diesem Exemplar ist und sie zudem im Topf wächst, bleibt natürlich abzuwarten wie sie sich im folgenden Jahr und ausgepflanzt entwickelt.
Geringe Abweichungen der Blütenfarbe können dabei schon vorkommen. Diese Hybride habe ich selbstbestäubt und die Balgfrüchte reiften problemlos heran.
Der zweite Blühtenschub den diese Hybride hervor brachte, war schon kräftiger ausgefärbt und die Blüten waren perfekt geformt. Die Samen aus den Balkfrüchten habe ich kurz vor diesem zweiten Blütenschub abgeeerntet und ausgesät. Ich hoffe das sie dieses Jahr noch keimen und kräftig genug wachsen um nächstes Jahr schon zu blüehn.Andere Akelei-Hybride bei denen die Pflanzen noch nicht Blühstark sind bzw. die Samen noch reifen müssen sind Aquilegia canadensis x A. oxysepala, A. ecalcarata x A. canadensis 'Corbett' und A. ecalcarata x A. oxysepala.
Reticulata-Iris-Hybride
Inspiriert von der Unzahl schöner Reticulata-Iris-Hybriden eines Canadischen Züchters habe ich mich im Frühjahr 2011 selbst daran versucht. Genau am 24. März 2011 bestäubte ich die Blüten von Iris histroides 'Halkis' mit dem Pollen von Iris danfordiae

Ich hatte eigentlich kaum mit Erfolg gerechnet und freute mich daher als ich die heranreifende Kapselfrüchte entdeckte. Diese entwickelten sich direkt auf Bodenhöhe.
Es dauerte jedoch bis zum 3. Juni 2011, das sich die Kapseln lösten. Ich hatte gut daran getan, vorsichtig an den Kapseln zu ziehen. Hätte ich zu spät gemerkt das sie reif sind, wären die Kapseln aufgesprungen und Ameisen hätten die Samen vertragen. Diese sind nämlich mit einem Elaiosom ausgestattet, einem nahrhaften Anhängsel welches von Ameisen gerne gefressen wird.Iris-Barbata-Nana-Hybride
Da die Zwiebeliris nach der Bestäubung Frucht angesetzt hatten erweiterte ich meinen Versuch noch im Frühjahr 2011 auf Niedere Bart-Iris.

Iris 'Mini Song' war erst neu in meiner Sammlung und hatte erst eine Blüte auf Grund ihrer noch geringen Größe. Diese setze bei der Kreuzbestäubung mit Iris 'Knick Knack' keine Frucht an, umgekehrt war die Bestäubung aber erfolgreich und es entwickelte sich eine Frucht.
Nach 2 1/2 Wochen war die Frucht an Iris 'Knick Knack' ausgereift und ich erntete neun Samen, die ich am folgenen Tag aussäte. Als Substrat verwendete ich Gartenboden den ich mit etwas Sand auflockerte und die Samen deckte ich mit Quarzsand ab. Wie ich mit den Samen weiter verfahren sollte wusste ich nicht, dachte aber sie würden eine kältere Phase benötigen um zu keimen. Daher stellte ich den Topf an einen ungestörten Platz und hätte sie fast vergessen. Sehr erstaunt war ich dann Anfang September als ich einen Sämling entdeckte, dummerweise hatten ihn Schnecken vor mir entdeckt und ihn schon auf den Ernst des Lebens vorbereitet.
Farnaufzucht - Dryopteris sieboldii
Die Aufzucht von Farnen hat mich schon lange interessiert und im März 2010 versuchte ich es schließlich.
Ich hatte die Sporen von Dryopteris sieboldii zur verfügung. Einem winterharten Farn der tropisch wirkt und auch wärmebedürftigt ist.
Als Substrat verwendete ich herkömmliche Blumenerde und die oberste Schicht war feiner Quarzsand. Damit möglichst keimfreie Bedingungen herrschten erhitzte ich das Töpfchen kurz in der Microwelle, gab anschließend eine Plastikhaube darüber und lies das Substrat etwas abkühlen. Erst dann streute ich die Sporen mit samt der Reste einiger Sori (den Punkten oder Linien auf der Blattunterseite vieler Farne) auf das feuchte Substrat.
An einem hellen Platz in meiner Wohnung sorgte ich dafür, dass das Substrat immer schön feucht blieb und nach einiger Zeit erkannte ich kleine grüne Tupfen. Diese Tupfen verschwanden aber wieder, möglicherweise war das Substrat doch zu nass oder die Temperatur passte nicht. Meinen ersten Versuch mit der Aufzucht von Farnen sah ich somit schon gescheitert. Ich lies das Töpfchen aber stehen, schenkte im jedoch keinerlei Beachtung.
Einige Zeit verging und ich hatte nur selten etwas Wasser in den Untersetzer gegossen. Mitte Mai wollte ich das Töpfchen endlich wegräumen aber kontrollierte noch einmal ob sich etwas getan hatte. Tatsächlich waren dieses mal schon junge Prothallien zu erkennen

Ein Prothallium könnte man, im weitesten Sinne, mit einer Blüte vergleichen. Erst hier werden die Geschlechtszellen, wie die Eizellen bzw. Pollenkörner einer Blüte, gebildet die für die Vermischung des genetischen Erbmaterials wichtig sind.

Bis Anfang Juli haben sich die jungen Prothallien schon gut entwickelt und sind schon zu einem grünen Teppich verwachsen. Nach wie vor stehen sie unter der Plastikhaube und bekommen ein paar Stunden Sonnenlicht - auch um die Mittagszeit. Die Plastikhaube sorgt für die nötige Luftfeuchtigkeit und gelegentlich übersprühe ich sie mit frischem Wasser.
Von Juli bis Ende September sind sie "ordentlich" gewachsen und man erkennt jetzt auch schon deutlich die ersten Farnwedel. Diese haben erst eine größe von 1cm, größere werden aber sicherlich noch wachsen. Sie sehen auch von der Form noch nicht nach den typischen Wedeln von Dryopteris siboldii aus.Einen Farn aufzuziehen benötigt aber schon eiserne Geduld, denn sie wachsen wirklich langsam!
Die Farne zu pikieren war eine zerstörerische Aktion. Ich hatte zum Glück viele Jungfarne und ich pikierte sie nicht Einzeln sondern gleich in Klumpen. Von diesen Klumpen starben aber viele Jungfarne ab, dennoch waren genügend am Leben geblieben.
Der einzige Topf der in der Wohnung weiterkultiviert wurde macht jetzt am Ende des Winters 2010/11 einen kümmerlichen Eindruck. Ein einziger blassgrüner Wedel und noch kein Zeichen von erneutem Wachstum. Die Jungfarne die ich stattdessen im Gewächshaus meines Arbeitsplatzes habe, sind kräftig grün und die ersten Wedel der neuen Vegetationsperiode wachsen heran. Sie hatten dort wechselnte Temperaturen von minimum 9°C bis hin zu 25°C an sonnigen Tagen im Winter. Manchmal trocknete das Substrat ordentlich ab, aber die Jungfarne hielten die Stellung.
Nach den Eisheiligen 2011 pflanzte ich dann einen Jungfarn ins Freie. Genau das schien er benötigt zu haben den bis zum Herbst 2011 ist eine recht kräftige Pflanze daraus gewachsen.Jetzt bleibt noch ab zu warten ob der Farn auch den ersten Winter im Freien gut überstehen wird.Aufzucht von Gloriosa superba
Die Ruhmeskrone wird gelegentlich im Handel angeboten. Beim Kauf der losen Rhizome sollte darauf geachtet werden dass die Triebspitze nicht verletzt ist. An diesem Punkt sind die Ruhmeskronen sehr empfindlich, kaum ist sie verletzt wächst sie nicht mehr und ein typisches V-förmiges Rhizom von Gloriosa superba hat nur zwei solcher Triebspitzen. Jeweils eine an den Enden des "V's".
Ich hatte mit keinen großen Erfolg gerechnet und je länger es dauerte desto weniger rechnete ich mit einer Keimung. Bei Bodenwärme und nach mehreren Wochen kam es schließlich doch zur Keimung. Die jungen Pflanzen wuchsen langsam und bildeten auch noch keine Ranken an den Blattspitzen aus. Die jungen Rhizome zeigten sich nach der ersten Vegetationsphase noch winzig und das größte Rhizom war gerade einmal 3 cm lang. Einige der Jungpflanzen machten aber keine Ruhephase und wuchsen im selben Jahr weiter.

Im Zweiten Jahr wiederholte sich der zweifache Wachstumschub ohne Ruhephase erneut. So kam es im Zweiten Jahr, aber in der vierten "Vegetationsphase" zu der ersten Blüte. Ich beobachtete gespannt wie sich die Knospe entwickelte und als sie sich schon im grünen Zustand zu öffnen begann freute ich mich über eine ungewöhnliche Blütenfarbe. Die Freude war zu früh, denn die vollständig geöffnete Blüte hatte die selbe Farbe wie die Mutterpflanze.

Gescheiterte
Natürlich gibt es nicht nur Erfolge. Viele von meinen Versuchen haben keine Früchte getragen oder es kam zu keiner Keimung. Manches lebte zwar längere Zeit und stellte sich dann als zu empfindlich heraus.
- Lilium regale x Lilium 'Orange Pixie'
war vielleicht noch ein - zwei Jahre von der ersten Blüte entfernt, aber aus mir unerklärlichen Gründen verfaulten die zwei einzigen Pflanzen im Sommer. - Anemone nemorosa x Anemone ranunculoides
2008 habe ich versucht meine eigene Anemone x lipsiensis zu züchten. Der Erfolg schien auch sicher zu sein da im Frühling 2009 viele Samen keimten. Diese wuchsen bis im Juli heran und legten anschließend eine Ruhephase ein.
Hier könnte sich auch der erste Fehler eingeschlichen haben. Evt. haben die jungen ca. 5mm großen Rhizome das Vereinzeln nicht verkraftet. Möglicherweise war ihnen der Sommer zu trocken, oder der Winter. Es kann aber auch sein, dass ich ihnen den Todesstoß gab als ich sie im Februar 2010 versuchte vorzutreiben. Einzig das kräftigste Rhizom trieb aus, vergeilte anschließend und war nicht mehr zu retten.
Somit war mein erster Versuch Anemone x lipsiensis selbst zu züchten gescheitert, aber es bleibt sicher nicht der Letzte. - Hippeastrum als Schnittblumen bestäuben
Die Bestäubung von Amaryllis als Schnittblumen müsste ich sowohl bei den gelungenen Projekten als auch bei den Gescheiterten anführen. Von mehreren Versuchen ist der Großteil aber negativ ausgefallen, so dass ich sie hier anführe.
Unmöglich ist es aber nicht, nur spielen hier mehr Faktoren mit als bei einer Bestäubung an einer Pflanze.
Der Blütenschaft sollte möglichst lang sein, weil er regelmäßig frisch angeschnitten gehört. Nachdem die Samen von Amaryllis, nach meiner Erfahrung, zwei Monate benötigen um reif zu werden, wird mit der Zeit der Schaft daher immer kürzer. Ein wesentlicher Vorteil ist es den Blütenschaft in möglichst wenig Wasser zu stellen - 1cm sollte reichen. Regelmäßiger Wasserwechsel sollte auch gemacht werden. Wenn dann die Bestäubung erfolgreich war, wachsen die Früchte schnell heran. Reife Samen sind schwarzbraun gefärbt, papierartig und haben mittig eine Wölbung - darin befindet sich der Embryo. Am besten sät man bald nach der Ernte aus, da frische Samen von Amaryllis am besten keimen. Dann braucht man "nur" noch zwei bis drei Jahre Geduld und man hat seine ersten, selbst gezogenen, blühenden Amaryllis.





Meine Gloriosa bildete im Sommer 2008 eine Frucht aus die leuchtend rote Samen enhielt. Da ich interessiert war ob die Nachkommen eine andere Blütenfarbe aufweisen als die Mutterpflanze und ob mir die Aufzucht aus Samen gelingt versuchte ich es einfach.