Der elterliche Garten
Durch eine schleichende Invasion meinerseits habe ich den Garten langsam aber sicher für mich beansprucht, nebst fast jeder freien Fensterbank, Balkonkiste und Gewächshaus.
Meistens fing es mit einem Spatenstich an....
Zuerst wurden einzelne Pflanzen mitten in die Wiese gepflanzt, später wurden kleine Beete daraus und selbst diese Beete wuchsen immer wieder ein kleines Stück. Platzmangel ist ein ewiges Problem und in ein Beet allein passen nicht alle Pflanzen, also wurden neue Beete angelegt. Aber irgendwann geht der Platz aus, irgendwann...
Vorab vielleicht ein nicht unwesentliches Detail:
Der Garten befindet sich im Osten Österreichs, im südlichen Burgenland, in der USDA Klimazone 7 (Jahresmindesttemperatur von -17,7 bis -12,3 Grad Celsius).
Glashaus und Baustellenbeet
Recycling pur könnte man auch sagen.
Das alte Gewächshaus in dem die Kakteen jedes Jahr übersommerten war mir schon eine Zeit lang ein Dorn im Auge. Es war mühsam in diesem kleinen, alten Gewächshaus die Kakteen unterzubringen, bedingt durch deren Größe und deren Anzahl.
Und eines Tages war es so weit...
Nachdem die alten Fenster des Elternhauses ausgetauscht wurden, kam mir die Idee man könne doch mit den alten Fenstern ein Glashaus bauen. Diese Idee teilte ich meinem Vater mit - des Öfteren - und irgendwann hatte ich mich durchgesetzt, schließlich ist es ja auch gut für seine Kakteen.
Bevor die Idee verjährte, fing ich auch schon damit an. Ich hob das alte Gewächshaus herunter und schaufelte einen Teil des Sandes in große Tonnen und Säcke. Dann wurden einmal die "Mauersteine" besorgt und ich fing provisorisch an die Mauer zu bauen.
Zu diesem Zeitpunkt hat sich dann mein Großvater hinzugeschaltet - und somit wurde es zu einem Drei-Generationen-Projekt. Ohne die Hilfe meines Vaters und meines Großvaters wäre es auch nicht zu dem Glashaus geworden, das es jetzt ist.
Die Kakteen fühlten sich im Sommer sehr wohl darin - die knapp 50 Grad Celsius, die es darin haben kann, machen ihnen anscheinend keine Probleme. Aber um größere Hitzebildung zu vermeiden, habe ich dann doch eine Schattierung eingerichtet.
Da es unbeheizt ist, müssen im Winter dennoch alle Kakteen ausgeräumt werden - zumindest fast alle. Die winterharten - die Nässeschutz benötigen - werden ins Glashaus eingeräumt, den Sommer über standen sie im Freien.
Nachdem der Bereich des Glashauses schon überarbeitet wurde, ergriff ich gleich die Gelegenheit ein neues Beet zu errichten. Zwei Faktoren spielten dabei eine Rolle - ich hatte noch keinen Platz für meine gewachsene Sempervivum-Sammlung
und ich hatte noch Schalsteine vom Glashausbau übrig. Somit war auch schon die Idee des Baustellenbeetes entstanden.
Schleichend kam mir noch die Idee, winterharte Kakteen gleichfalls in diesem Beet einzubringen, und so ging es voran.
Zuerst habe ich die Schalsteine so angeordnet wie es im Endeffekt aussehen sollte. Als Drainage nahm ich alles was mir unterkam: Steine, zerbrochene Ziegeln und Fließen, auch stärkere Zweige - selbst wenn diese mit der Zeit verrotten.
Den Rest füllte ich mit sandigem, durchlässigem Substrat. Schon konnten die Hauswurzen gepflanzt werden und kurz darauf ebenso eine Cylindropuntia imbricata. Die Erweiterung des Beetes folgte kurz danach.
In ein abgeschnittenes Kanalrohr wurde die gleiche Substratmischung gefüllt und Delosperma congestum 'Gold Nugget' konnte Einzug halten. In drei großen Töpfen fanden Pulsatilla vulgaris und Opuntia macrorrhiza 'Apricot' Platz.
Somit war mein Baustellenbeet fertig.
Die Drainage und das durchlässige Substrat funktionieren allerdings so gut, dass ich im Sommer schon zugießen musste, da es selbst den trockenheitsverträglichen Semperviven zu trocken wurde.
Im Herbst des selben Jahres kam nocheinmal eine kleine Erweiterung. Dieses mal baute ich aus Ziegelsteinen eine kleine Mauer, die ich lose übereinander legte. Das Substrat, mit dem ich auffüllte, war wieder ein durchlässiges. In den älteren Bereichen des Baustellenbeetes
musste ich schon Substrat nachfüllen, weil es über den Sommer abgesunken war.
Wenn man die Bilder vom Frühjahr und Herbst vergleicht sind die Hauswurzen ordentlich gewachsen, ebenfalls als gut wüchsig hat sich Delosperma congestum 'Gold Nugget' erwiesen. Ein weiteres Delosperma wuchs kurzzeitig im neuen Bereich,
gemeinsam mit Muscari macrocarpum, welches ich zum ersten Mal versuche frei ausgepflanzt zu pflegen. Das Muscari hat den Winter gegenüber des Deslospermas lebend überstanden. Abgerundet habe ich das ganze Baustellenbeet noch mit Tonscherben.
Da ich noch einen alten Futtertrog im Garten herumstehen hatte, den ich gerne verwenden wollte, wurde das Baustellenbeet im anschließenden Frühjahr wieder erweitert. Den Futtertrog allein konnte ich nicht als Pflanzgefäß verwenden da er bei heißem Wetter gleich ausgetrocknet wäre bzw. bei Regen überschwemmt. Deshalb habe ich den Trog hochkannt gestellt, als eine Abgrenzung nach Hinten.
Vorne wird dieser neue Bereich durch eine Kunststeinskulptur abgegrenzt, die früher beim Teich stand.
Der neue Bereich wurde wieder mit durchlässigem Substrat aufgefüllt, unterbrochen mit schräg gestellten Dachziegeln und Steinplatten. Dazwischen sollen Zwerg-Bartiris, Safran, Cyclamen coum und Oxalis wachsen.
Auf der linken Seite befand sich hinter den Küchenschellen eine Styroporbox mit Sedum. Nach dem dort ebenfalls kaum Regen dazu kam entschloss ich diese trockene Situation für winterharte Kakteen zu nutzen. Um dem Thema treu zu bleiben verwendete ich Kanalrohre in unterschiedlichen Höhen, die ich zur Hälfte bis zu zwei Drittel mit normaler Gartenerde füllte und darüber ein fast rein mineralisches Substrat.
Beet beim Birnbaum
Dieses Beet umfasst zwei Bereiche. Den Hauptteil macht der Schattenbereich aus, den zweiten Teil bezeichne ich als "Steingarten".
Der Schattenbereich lässt sich ebenfalls in zwei Teile untergliedern.
Nachdem sich dieses Beet auf den Birnbaum bezieht, fange ich damit an den Teil zu beschreiben, der am stammnähesten liegt.
Kurzgesagt: Es ist eine bunte Mischung. Hier findet sich eine kleine Efeusammlung, die sich gemeinsam mit Hydrangea petiolaris den Stamm des Birnbaumes teilt.
Ein weiterer Kletterer in diesem Bereich ist Dicentra torulosa, die sich jährlich selbst neu aussäht. In der bunten Staudenmischung findet man folgende Zusammenstellung:
- Epimedien
- Hosta
- Tricyrtis hirta
- Phytolacca
- Hylomecon japonica
- Imperata cylindrica
- Actaea simplex Atropurpurea Group
- Hakonechloa macra 'Aureola'
- Hepatica nobilis
- Bergenia 'Silberlicht'
- Rodgersia aesculifolia
- Brunnera macrophylla 'Jack Frost'
- Fragaria 'Pink Panda'
- Houttuynia cordata 'Chameleon'
- Uvularia grandiflora
Auch eine meiner Lieblingskombinationen wächst hier, zusammengesetzt aus Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens', Athyrium nipponicum var. pictum, Cyclamen purpurascens und Lysimachia nummularia 'Aurea'.
Gerade letztgenannte bietet durch ihr gelbes Laub einen sehenswerten Kontrast.
Unterstützt werden diese Stauden von einigen Zwiebeln bzw. Knollenpflanzen wie Tulipa 'Ballerina', Lilium 'African Queen' und 'Sheherazade', Allium moly, Anemone blanda, Fritillaria meleagris und Arisaema candidissima.Weitere Blickpunkte bilden zwei Strauchpfingstrosen und eine Aralia elata.
Unter dem Birnbaum fanden im Frühjahr 2010 auch eine Gruppe Leberblümchen Platz. Diese vergrößerten meinen Bestand an Leberblümchen fast um das zehnfache. Vorallem werden sie aber in den kommenden Jahren, im Frühling, durch ihre unterschiedlichen Farbtöne einen schönen Anblick geben. Somit wird es unter dem Birnbaum im Frühling am buntesten zugehen, wenn Schneeglöckchen, Krokus, Scilla, Winterling und Leberblümchen blühen.
Eine gute Wahl hatte ich in diesem Eck getroffen. Schlag auf Schlag blüht es im Frühjahr. Die Ersten sind im Jänner Schneeglöchchen, Winterling und die ersten Elfenkrokuse. Über Leberblümchen, Elfenblume und Schachbrettblume gibt es im Mai ein Ende des bunten Frülingstreibens mit dem Hasenglöckchen.
Im Herbst 2010 fand erneut eine Umgestaltung statt. Die Staude Deinanthe caerulea, die bisher in der Nähe des Birnbaum wuchs, wurde ins "Hosta-Beet" umgesiedelt, da sie am alten Standort im Sommer regelmäßig unter Trockenheit leiden musste. Weiters wurde auch Arisaema candidissima um einige Meter umgepflanzt. Jetzt hat dieser Feuerkolben mehr Freiraum und wächst zwischen der Hepatica-Sammlung. In Zukunft sollen ihm auch andere Arisaema-Arten Gesellschaft leisten.
2011 pflanzte ich auch noch Knollen von diversen Feuerkolbenarten die jedoch nicht austrieben - ich hoffe darauf, dass sie nur ein Jahr pausieren. Allerdings haben die Leberblümchen nicht nur Feuerkolben als Nachbarn bekommen. Heuchera bringen ein schönen Farbspektrum in diesen Bereich und werden von Lilium Scherazade überkrönt.
Begeistert von den schon gepflanzten Heuchera und x Heucherella habe ich im Herbst 2011 meine bunte Sammlung erweitert und verlängerte das Beet am Zaun entlang. Begleitpflanzen sind Cypripedium 'Maria', Saruma henryi, Skimmia japonica und drei Elfenblumen, darunter Epimedium 'Pink Champagne'
Der zweite Teil des Schattenbereiches ist wesentlich einheitlicher. Die Hauptakteure sind Helleborus, div. Farne und verschiedene Varianten von Anemone nemorosa. Dazwischen gestreut leben:
- Allium ursinum
- Astilbe
- Oxalis acetosella
- Spigellia marilandica
- Deschampsia caespitosa
- Carex grayi
- ein orangeblühender Rhododenron
- Hydrangea quercifolia
- Sambucus racemosa 'Plumosa Aurea'
- Daphne mezereum
Der "Steingarten" zeichnet sich vor allem durch Semperviven aus - die Fortsetzung bzw. der Ursprung des Baustellenbeetes. Zusätzlich gibt es einige winterharte Kakteen.
Als farblicher Blickfang im Frühjahr dienen Tulipa humilis 'Persian Pearl', Tulipa 'Little Princess', Iris 'George' und Iris histroides 'Halkis'. Eine weitere Auflockerung der starren Erscheinung von Kakteen und Sempervivum bieten in diesem Bereich Oxalis adenophylla, Oxalis 'Ute' und Anthericum ramosum.
Der krönende Abschluss im Hintergrund ist Ficus carica.
Einen kleinen gestalterischen Blickfang bildet die Glasflaschenwand.
Eingangsbeete
Als Eingangsbeete fasse ich sowohl die Beete links und rechts der Haustüre, sowie das kleine Beet bei der Gartentür auf.
Das kleine Beet bei der Gartentür war ursprünglich gedacht als Zwiebelbeet. Da es aber über das ganze Jahr etwas bieten soll, (könnte man sicherlich mit gezielter Wahl von Zwiebeln ebenfalls erreichen) fanden zusätzlich Lysimachia 'Autumn Snow' und Carex buchananii Einzug. Erstere breitet sich durch Ausläufer Jahr für Jahr aus, aber durch die zarten weißen Blütenstände und die gelbrote Herbstfärbung gefällt sie mir zu gut um sie einzuschränken. Zweitere ist etwas unansehnlich geworden - sei es auf Grund des Alters oder zu starkem Rückschnitt. Darüber hinaus säht sie sich gelegentlich selbst aus. Saisonell blühen die Zwiebelpflanzen, Galanthus, Crocus, Tulipa saxatilis, Muscari, Lilium und Iphaion uniflorum.
Im Beet links von der Eingangstüre kommt es im Frühjahr zu einer blauen Farbexplosion von Iris reticulata, welche den Anfang der Blütensaison bildet. Dieses Beet beinhaltet den Großteil meiner Hemerocallis und meine erste Rose - Rosa 'Rose de Resht'.Früher wuchs hier auch Helianthus salicifolius, welche ich sehr wertschätze, meine Familie verfluchte sie aber jährlich . Eindeutig positive Punkte: ihre Wuchsform und die gelbleuchtenden Blüten ca. Ende September, Anfang Oktober.
Allerdings hat sie einen sehr ausladenden Wuchs, da die einzelnen Triebe ca. 3m lang werden können und somit in den Weg hineinragten - deswegen auch die Abneigung meiner Familie.
Ich versuchte sie immer wieder zu stützen um so meine Familie zu besänftigen. Diese Versuche blieben allerdings Erfolglos. So entschied ich mich eine Rose zu pflanzen.
Einfacher gesagt als getan, zumindest mit meinen Ansprüchen. Pflegeleicht, Hoch aber nicht zu ausladend, eine ungewöhnliche Farbe, dauerblühend und duftend. Nachdem ich einige Bücher und das Internet durchforscht hatte und selbst Robert, einen guten Freund, lange damit gequält hatte entschied ich mich für 'Rose de Resht'.
Somit wechselte ich im frühen Herbst 2010 Sonnenblume gegen Rose und als ich die ersten Rosenblüten einigen Familienmitgliedern zum Beschnuppern gab meinten sie ich hätte die Blüte mit Parfum eingesprüht. Erfolg! - Die Rose wurde akzeptiert.
Das leuchtente Pink von 'Rose de Resht' wird in Zunkunft mit der orangen Euphorbia griffithii 'Fire Glow' eine farblich interessante Kombination sein.
Rechts neben der Eingangstür befindet sich mein "Exotenbeet". Die Pflanzen, die hier wachsen bzw. ein Großteil davon benötigen etwas Winterschutz.
An einem Klettergerüst wächst Passiflora 'Guglielmo Betto', einige Jahre auch Passiflora caerulea. Beide hatten mehrere Winter überlebt, aber Passiflora caerulea hat irgendwann aufgegeben. Ein später Austrieb hat mich bei beiden immer denken lassen sie hätten den Winter nicht überlebt.
Im Juni zeigten sich dann doch die ersten Triebe. 'Guglielmo Betto' schreckte mich 2011 mit einem späten Austrieb in den letzten Juli Tagen. Zur Sicherheit sollte ich doch Stecklinge schneiden.
'Guglielmo Betto' zeigt dabei eindeutig den staudigen Charakter vom mütterlichem Elternteil Passiflora incarnata, weil sie oberirdisch komplett abstirbt. Bei Passiflora caerulea passierte das zwar auch, aber sie könnte bei einem milden Winter oberirdisch überleben.
Dies war nur im ersten Winter der Fall, wodurch sie innerhalb von zwei Jahren einen 2,5 cm dicken Stamm bekam.
Anschließend an die Passifloren wachsen Bartiris und ein Eremurus, da diese gleichfalls durchlässiges Substrat brauchen. Daran schließt Crocosmia 'Lucifer' und Agastache rupestris an. Eine Kombination von feurigem Rot, warmen Orange und kühlem Grau. Damit wird den anschließenden Fackellilien eingeheizt.
Die feurige Gesellschaft wird gefolgt von Fuchsia magellanica und der Sorte 'Aranco', Dauerblüher bis zum ersten Frost. Den Abschluss bildet eine Hibiscus moscheutos - Hybride. Die tellergroßen Blüten sind ein eindeutiger Blickfang.
Zwei Winter hatte auch Phygellius in diesem Beet überstanden, der dritte Winter war aber zuviel. Dadurch entstand aber neuer Platz, der von einigen Akelein und Corydalis cheilanthifolia besiedelt wurde.
Ein normales Staudenbeet. Allerdings hält es nicht den Kriterien der Gartengestaltung stand - es ist ein Sammelbeet und somit gibt es keine Wiederholungen und nur Einzelexemplare - mit Ausnahme einiger Wenigen.
In diesem Beet wachsen:
- Aster novie-belgii
- Calamagrostis x arcutiflora 'Karl Förster'
- Sanguisorba obtusa
- Geranium cinereum 'Ballerina'
- Geranium x magnificum 'Blue Blood'
- Geranium wlassovianum 'Zellertal'
- Iris germanica - Hybride
- Sedum spectabile
- Echinops ritro 'Veitch's Blue'
- Echinacea 'Coconut Lime'
- Echinacea purpurea
- Echinacea purpurea 'Green Envy'
- Hemerocallis
- Sporobolus heterophyllus
- Salvia sclaera
- Ajuga reptans 'Burgundy Glow'
- verschiedene Primeln
- Aquilegia vulgaris
- Dicentra spectabile
- Hydrangea macrophylla
- Ceratostigma plumpagonoides
- Anemone japonica
- Allium 'Purple Sensation'
- Anemone blanda
- Chionodoxa luciliae
- Lilium 'Landinii'
- Lilium 'Pink Perfection'
- Dracunculus vulgaris
- Cercidipyhllum japonicum
- Ribes sanguineum
- Paeonia x lemoinei 'Souvenir de Maxime Cornu' ('Kinkaku')
Farblich ist dieses Beet in Blau- und Rosatönen gehalten, nur wenige Ausreißer heben sich durch eine andere Farbe ab. Das sind die gelben Tulpen im Frühjahr, die gelb/orange blühende Strauchpfingsrose und die gelb/orange Herbstfärbung vom Cercidiphyllum.
Der Frühling bringt dieses Beet generell etwas aus dem Farbkonzept. So schmücken selbst ausgesäte Viola cornuta und verschiedenste Primeln für einen lockeren bunten Teppich
"Hosta-Beet"
Das momentan jüngste Beet befindet sich in unmittelbarer Nähe des Beetes bei der Einfahrt und ist nur durch einen ca. 1,5 m breiten Rasenstreifen davon getrennt.
Früher wuchsen an dieser Stelle Brombeeren, die ohne regelmäßige Schnittmaßnahmen zu einem großem Gebüsch gewachsen waren. Im Frühjahr 2009 rodete ich alle Brombeeren und im Sommer des selben Jahres durften meine Passionsblumen an dieser Stelle übersommern.
Einige meiner gesammelten Efeusorten, aber auch ander Kletterpflanzen wie Clematis tangutica, Clematis 'Angelique', Clematis 'Rouge Cardinal' und Lonicera caprifolium dürfen in Zukunft die Mauer bei diesem Beet begrünen und wurden noch 2009 gepflanzt.
Damit ich einen Überblick hatte verteilte ich anfangs nur leere Töpfe, damit ich meine Sammelleidenschaft ein wenig einbremste und nicht zu viel neue Pflanzen einplante.
Hostas werden in diesem Beet mehr oder weniger den Ton angeben. Zahlenmäßig sind sie anderen Gattungen in diesem Beet überlegen und mit Hosta 'Sagae' befindet sich auch ein Riese unter ihnen. Wächst am einen Ende der Riese 'Sagae' so gibt es am anderen Ende des Beetes mit Hosta 'Blue Mouse Ears' ein zwergenhaftes Gegenstück.
Die restlichen Hostas gehören zu den "Rotstieligen". Hostazüchter streben derzeit rotlaubige Hostas an und von meinen ersten Eindrücken bin ich schon sehr gespannt auf die Ersten richtig roten Hostas.
Im April 2010 bepflanzte ich mein "Hosta"-Beet endgültig und ich montierte Klettergerüste für die Waldreben und das Geißblatt.
Vorläufig heißt es abwarten und ich hoffe das alles gut anwächst. Ein Problem könnte es allerdings geben. Die Wanderung der Sonne im laufe des Tages hatte ich nicht gut in Erinnerung, so liegt das Beet genau um die Mittagszeit in voller Sonne. Es wird sich zeigen wie sonnenverträglich vor allem meine Hostas sind, speziell die gelblaubigen Sorten sind hier etwas empfindlich. Bei ausreichender Feuchtigkeit könnte es aber funktionieren.
Der verregnete und kühle Frühsommer hat meinem "Hosta"-Beet einen guten Start ermöglicht und es wächst alles gut ein. Mit Solanum atropurpureum habe ich meinen Hostas zur Sicherheit stachelige Schattenspender als Nachbarn gepflanzt.
Ein verregnetes Jahr bietet Schnecken leider auch gute Bedingungen, bei kontinuierlicher Bekämpfung hält sich der Schaden aber in Grenzen. So zeigen meine Hostas aber auch der schneckenanfällige Borretsch kaum Fraßspuren.
Das erste Jahr in dem mein "Hosta"-Beet gänzlich bepflanzt war, endetet mit sehr dominanten Solanum atropurpureum, die jeden Blick auf sich zogen.
Im folgenden Jahr 2011, Anfang Juni, hat sich das Beet bestens entwickelt. Wider meiner Erwartung hat sich allerdings Clematis tangutica verabschiedet, obwohl ich dies eher bei den großblumigen Waldreben erwartet hätte. Lonicera caprifolium macht seinem deutschen Namen Jelängerjelieber alle Ehre und ist von wohlriechenden Blüten übersät
Der "Teich"
Er hat wohl die längste Geschichte. Da es zur derzeitigen Bepflanzung des Teiches nicht viel zu erzählen gibt, beschreibe ich auch die zwei Bereiche zwischen die er eingebettet ist.
Zu seiner Rechten liegt meine minimal ausgelegte "Baumschule", mit schätzungsweise 2qm.
Sie beinhaltet aus Samen gezogene Jungbäume von diversen Ahornarten, Gingko bis hin zu Zelkova.
An die linke Seite des Teiches grenzt mein Schattenbeet an. Ursprünglich war mein Plan dort gelbblühende Krötenlilien zu pflegen, allerdings waren diese nicht meiner Meinung.
Die rezente Bepflanzung besteht aus:
- Adianthum pedatum
- (Cyclame hederifolium)
- Calamagrostis brachytricha
- Polygonatum 'Weihenstephan'
- Saxifraga stolonifera
- Sanguinaria canadiensis 'Multiplex'
- Convalaria majalis
- Astrantia major 'Ruby Wedding'
Hier wächst zudem eine meiner Lieblingskombinationen - Hosta 'Gold Standard', Houttuynia cordata 'Chameleon' und Heuchera 'Creme Brulee'.
Im hintersten Eck hat sich mit der Zeit ein Teppich von Saxifraga stolonifera gebildet. Diesen Steinbrech findet man häufiger als Zimmerpflanze an statt als Gartenpflanze, allerdings hatte ich bisher keine Probleme mit der Winterhärte. Allein das Laub würde schon genug zieren und einen guten Nachbarn zur Hosta 'Gold Standard' geben, die filigranen Blüten sind dennoch das Tüpfelchen auf dem i.
Nun kurz zur Geschichte meines Teiches.
Es begann alles in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Mehr oder weniger zumindest. Das "Verbrechen" bestand darin, dass ich gemeinsam mit meinen Schwestern und einer Cousine das Loch für den Teich ausgrub, ohne zuvor die Eltern zu fragen.
Ca. ein Jahr lang blieb der "Teich" darauf brach liegen - ohne Wasser, ohne Folie - nur ein Loch mit Unkraut.
Dann kam mein Vater mit einer Teichfolie und der "Teich" wurde wirklich zum Teich. 1996 sah der frisch angelegte Teich auch noch dem entsprechend kahl aus, dass sollte sich aber schnell ändern.Im Uferbereich wurde Iris pseudoacorus gepflanzt und andere heimische krautige Pflanzen und nach einem Jahr machte der Teich schon ein gutes Bild. Vorallem der Weizen machte einen guten Eindruck. Das Sedum rupestre blühte zwar schön, war aber thematisch neben dem Teich etwas fehlplatziert und wurde mit den Jahren auch überwuchert.
Zentral kam eine Seerose dazu, die es im Laufe der Jahre schaffte die Wasseroberfläche gänzlich einzunehmen und im Jahr 2000 deckte sie schon den Großteil der Wasseroberfläche ab. Bei ca 2qm war das nicht sonderlich schwer, zumal sich die Iris ebenfalls ausdehnte.
In den 13 Jahren, die der Teich nun existiert, wurde er zwei oder drei mal ausgepumpt und der Schlamm entfernt.
Da der Teich nicht ordnungsgemäß angelegt worden war, also kein Schutz der Teichfolie sowohl von der Unterseite vor spitzen Steinen, als auch von oben vor UV-Strahlung, kam es nach 10 Jahren guter Entwicklung zu den ersten Schäden - die Teichfolie riss auf.
Diese Stelle befand sich zwar oberhalb des Wasserspiegels, veranlasste mich aber dennoch eine Entscheidung zu treffen.
Nachdem sich vor allem die Iris sehr gut entwickelt hatte und der Teich langsam aber sicher verlandete beschleunigte, ich diesen Vorgang und füllte den Teich mit Gartenerde und herkömmlicher Blumenerde auf.Als nächstes hielt Iris 'Berlin Tiger' Einzug und wird hoffentlich bald gefolgt von Lysichiton americanus. Mehr Platz ist jetzt im "Teich",der sich zum Sumpfbeet entwickelt hat, nicht mehr vorhanden.
Lang hat es nicht gedauert bis Lysichiton americanus nachgefolgt ist. Noch ist es eine junge Pflanze, die sich leicht hinter den blühenden Sumpfschwertlilien verstecken kann.
In den kommenden Jahren wird er aber schon mit seinen gelben Blüten hervorleuchten, wenn die Schwertlilien erst beim Austreiben sind. Auch zur Blütezeit der Iris wird sich Lysichiton americanus mit den großen Blättern behaupten können.
"Platz ist in der kleinsten Hütte." - So sagt man jedenfalls und Platz ist auch im kleinsten Beet. Mein ursprünglicher Gedanke keine weitere Pflanze als Lysichiton in den "Teich" zu pflanzen scheiterte aber schon als ich ihn kaufte und so zogen zusätzlich Fieberklee und Schwanenblume in den "Teich". Diese müssen jetzt Durchhaltevermögen zeigen.





















